Das Geschäft mit dem Wald

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Das Geschäft mit dem Wald

Dokumentation  von Stephan Liskowsky und Dinah Münchow

MDR Exakt - Die Story   2012  30 min

Goldbarren aus Holz, ausschweifende Luxusjagden, Kleinanleger als "Baumsparer" und GPS-Überwachung im Forst. Der Wald wächst nicht nur, er boomt. Das zieht auch skrupellose Holzdiebe und enthusiastische Hobbyjäger an. Naturschützer versuchen, den Wald vor dem Ausverkauf zu bewahren.

Er hat den Jackpot gezogen: Der Arzt Dr. Fischer stapft stolz durch seinen Wald, seine Hände berühren die Borke einer Buche. Vor acht Jahren kaufte er die 200 Hektar in der Nähe von Bitterfeld. Heute ist der ehemalige Tagebau das Dreifache wert, ein echtes Vermögen. „Ich beobachte das in der Umgebung, zu welchem Preis Wald hier inzwischen angeboten wird. Natürlich findet man immer einen, der noch mehr zahlt“, wundert sich der Mediziner selbst über sein unverhofftes Glück.

Seit der Finanzkrise 2008 haben sich die Waldpreise mehr als verdreifacht. Und mit jeder Hiobsbotschaft aus dem Euroraum steigt die Nachfrage und treibt Anleger in den Wald. Rette sein Geld, wer kann! – Diese Panik spürt auch Waldmakler Höferer aus Bayern und wirbt offensiv um verängstigte Anleger - mit dem deutschen Nationalsymbol schlechthin. Er verkauft Fichten- und Kiefernwälder als knüppelharte Geldanlage. Doppelter Vorteil der Bäume als Geldanlage: Ihr Preis steigt nicht nur wegen der enormen Nachfrage, sondern auch wegen der Stämme, die jedes Jahr an Umfang und Höhe zulegen. Mit „natürlichem Wachstum“ werben Immobilienfirmen um Baumsparer und versprechen bis zu 8 Prozent Rendite. Auch ahnungslose Kleinanleger wollen ihr Erspartes in Waldgrundstücken sichern, obwohl Experten warnen: Die Pflege der Bäume ist sehr aufwändig. Borkenkäfer und Windbruch können das kostbare Gut in kurzer Zeit vernichten.

Die Holzpreise sind in den vergangenen Jahren auch wegen der neuen Biomassekraftwerke, die auf Holz als Energieträger setzen, förmlich explodiert. Umweltschützer warnen schon vor mittelalterlichen Verhältnissen. Bis zu 50 Prozent des Einschlags werden mittlerweile verbrannt. Tendenz steigend. Doch nicht nur die Bäume, auch die Bewohner des Waldes - Hirsche, Rehe und Wildschweine - stehen hoch im Kurs. Über 4.000 Euro zahlen künftige Hobbyjäger, um im luxuriösen Ambiente eines 5 Sterne Hotels das Jägerhandwerk in nur 14 Tagen zu erlernen. 

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